Die Zukunft der Arbeit in der VUKA-Welt

26 Sep Die Zukunft der Arbeit in der VUKA-Welt

In zehn Jahren werden 60 Prozent der Menschen Jobs ausüben, die es heute noch nicht gibt. Das ist eine von vielen eindrücklichen Prognosen, die Alain Dehaze, CEO von Adecco, an einem AMCHAM-Anlass ausführte.

Zum ersten «CEO Luncheon» nach der Sommerpause hatte die Swiss-American Chamber of Commerce Alain Dehaze, den CEO von Adecco, als Redner eingeladen. Das von ihm gewählte Thema war «Die Zukunft der Arbeit» in der VUKA-Welt. Alain Dehaze strukturiert seine Gedanken über komplexe Themen gern in fetten Punkten. VUKA steht für vier solche fetten Punkte, die unsere Arbeitswelt schon heute prägen: Volatilität, Ungewissheit, Komplexität und Ambiguität.

Als CEO von Adecco überschaut Dehaze den globalen Arbeitsmarkt wie kaum ein anderer. Adecco zählt 33 000 Mitarbeiter, 100 000 Kundenfirmen in 60 Ländern und allein in China 600 000 Arbeitskräfte unter Vertrag. Das waren schon alle Informationen, die Dehaze über sein Unternehmen teilen wollte. Seine restlichen Ausführungen widmete er komplett dem globalen Arbeitsmarkt der Zukunft.

Die Schweiz ist für Talente attraktiv

Die sich laufend verändernden Rahmenbedingungen verlangen zusehends flexible und verteilte Arbeitseinsätze und eine Talententwicklung durch ständiges Training und Schulungen. Soweit die Binsenweisheit. Talent entsteht durch (fette Punkte): Flexibilität, Bildung, internationale Mobilität, Diversität und Vereinfachung.

Im weltweiten Vergleich steht die Schweiz seit Jahren an erster Stelle, wenn es um die Wettbewerbsfähigkeit der Arbeitskräfte geht – gefolgt von Singapur, Luxemburg und den USA. Deren Erfolgsrezepte sind: ein flexibler Arbeitsmarkt, Ausbildung auf höchstem Niveau und berufliche Weiterbildung.

60 Prozent neue Jobs im Jahr 2025

Das Arbeitsrecht in der Schweiz umfasst 30 Seiten, in Frankreich sind es hingegen 3400 Seiten. Die Jugendarbeitslosigkeit in der Schweiz beträgt 3,1 Prozent – in Frankreich sind es 21,1 Prozent. Regulierungen machen die Sache also nicht immer besser. Das grösste Problem ist, dass die Fertigkeiten, die in Zukunft verlangt werden, heute noch nicht verfügbar sind.

Sechzig Prozent der jungen Leute, die heute in den Arbeitsmarkt eintreten, werden 2025 Jobs haben, die heute noch gar nicht existieren. Hinzu kommt, dass sich die junge Generation bis 2035 um die Hälfte verkleinern wird. Die Schweiz wird um 2030 zwischen einer halben und einer Millionen Arbeitskräfte zu wenig haben. Die Schweiz und die USA laufen Gefahr, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren, wenn sie den Zugang von Talenten eindämmen.

Von der Lebensstelle zum On-Demand-Job

Eine der eindrücklichsten Folien, die Alain Dehaze verwendete, enthielt vier Spalten: das Porträt eines Mannes um die 60 mit einer Lebensstelle, eine Frau Mitte 30 mit einem Job für mehrere Jahre, Teenager, die auf Projekten nur noch für Tage oder Monate engagiert sein werden und schliesslich ein Kind, das später einmal On-Demand-Arbeiten für nur noch Minuten oder Stunden durchführen wird.

Eine weitere Folie zeigte, wie wichtig Einwanderer für die Wettbewerbsfähigkeit sind. Die Familie von Jan Koum, dem Gründer von Whatsapp, stammt aus der Ukraine, Arianna Huffington hat griechische Wurzeln, Sergey Brins Familie kam aus der Sowjetunion, Steve Jobs Vater war Syrer. Die Lektionen, die es daraus zu lernen gilt, sind einfach. Aber wird die Botschaft ankommen? In den Führungsetagen? In der Politik? Beim Stimmvolk?

Bild: pexels.com

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