Drei Learnings von der Social-Media-Marketing-Konferenz

24 Mrz Drei Learnings von der Social-Media-Marketing-Konferenz

Die Social-Media-Marketing-Konferenz 2016 ist passé. Es gab weniger Teilnehmer als auch schon, die Beiträge waren aber wie immer sehr wertvoll. Drei wichtige Learnings vom Anlass haben wir im Beitrag verarbeitet.

Ist den Unternehmen die Social-Media-Begeisterung abhandengekommen? Oder wissen einfach alle schon alles? Diese ketzerischen Fragen durfte man sich als Besucher der Social-Media-Marketing-Konferenz 2016 stellen, denn die Teilnehmerschar hatte sich im Vergleich zu den vergangenen Jahren sichtbar verkleinert.

Oder ist der Versorgungsgrad an Material für den erfolgreichen Einsatz von Social Media in Unternehmen derart hoch, dass der Anreiz für Kongressbesuche schwindet? Sei es drum, auch dieses Mal bot die Konferenz wichtige Erkenntnisse.

Learning #1: Ohne (Ad-)Budget bist du verloren

Möglicherweise herrscht tatsächlich ein wenig Ernüchterung in der Social-Media-Szene. Die Exklusivität ist angesichts der steigenden Zahl von Unternehmen, die Social Media für sich entdecken, abhandengekommen. Viel wichtiger dürfte aber sein, dass finanzkräftige Unternehmen dominanter werden und die Kanäle professioneller betreuen – oft auch mit Werbebotschaften und Kampagnen, wie sie in den Sozialen Medien eigentlich verpönt sind.

Marco Nierlich, der erste Referent, machte klar: Um in der Informationsflut seine Zielgruppe noch zu erreichen, ist je länger je mehr Budget gefragt und nicht mehr „nur“ originelle und für Social Media optimierte Inhalte.

„Social Media – zurück auf Feld 1?“ hiess denn auch der aufrüttelnde Titel des ersten Beitrags des Tages von Nierlich. Er kritisierte, dass bei vielen Unternehmen zu sehr die eigene Perspektive im Vordergrund steht – und zu wenig jene des Nutzers. Ein Beispiel aus dem privaten Bereich: Katzenvideos werden viermal häufiger geteilt als Selfies, dennoch werden Selfies gepostet, was das Zeug hält.

Learning #2: Facebook wird auch für Spezialisten anstrengend

Zur immer grösseren Knacknuss wird für professionelle Vermarkter die Arbeit mit Facebook. Der Funktionsumfang wächst täglich, während sich die Funktionalitäten ständig ändern. Einblicke dazu gab Florian Muff von Hutter Consult in seinem Beitrag. Er ging auf die Möglichkeiten von lokalen und globalen Strategien ein. Dabei ging es um Varianten wie Single Page, Multi Page, Global Page, Page und Multi Place und Facebook Locations.

Insbesondere international tätige Unternehmen oder Unternehmen mit mehreren Schweizer Standorten erhalten damit neue Möglichkeiten, ihre Zielgruppen noch fokussierter, sprich lokaler und individueller anzusprechen. Das bedeutet zusätzliche Arbeit für die Unternehmen. Kommt dazu, dass man einige Einstellungen nicht ohne die Hilfe von Facebook vornehmen kann. Muff merkte angesichts der vielen neuen Möglichkeiten an, dass oft ein direkter Draht zu Facebook nötig sei, um überhaupt vorwärts zu kommen.

Diesen direkten Draht gibt es jedoch nur ab einem gewissen Werbeumsatz. Somit bleibt den kleineren und mittleren Unternehmen nur, sich an einen Spezialisten mit Zugang zu Facebook zu wenden, selbst entsprechende Beträge in Facebook-Werbung zu investieren oder sich mit den bestehenden Möglichkeiten zufrieden zu geben.

Learning #3: Durchbruch des Hochformats

Eine spannende, wenn auch nicht gänzlich neue Erkenntnis ist die wachsende Beliebtheit des Hochformats, das sich dank Plattformen wie Pinterest oder Snapchat verbreitet. Kaum ein Snapchat-Video ist nicht im Hochformat. Auf Pinterest sei dies etwas weniger offensichtlich, berichtete Aldo Gnocchi in seinem Beitrag nach der Mittagspause. Das Hochformat setze sich aber auch dort durch.

Das sorgt für Schwierigkeiten mit anderen Plattformen. Während Facebook für das Hochformat einigermassen gewappnet ist, erscheinen bei Youtube links und rechts von hochformatigen Videos schwarze Balken. Sei es drum: Die beiden Bildplattformen bieten Raum für Experimente. Pinterest, das keine offiziellen Zahlen veröffentlicht, habe in der Schweiz geschätzte 250 000 Nutzer, wie Aldo Gnocchi anmerkte.

Walter Schärer sprach in seinem Beitrag auch über Snapchat und darüber, dass die Einstiegshürden dort noch vergleichsweise tief liegen. Wer drauf ist, geniesst also schon Aufmerksamkeit. Die Qualität der Inhalte ist zunächst einmal sekundär. Es geht wohl primär darum, zu zeigen, dass man Pionier ist.

 

Verfügbare Slides:

Aldo Gnocchi: Pinterest für Unternehmen

 

Bild: pixabay.com

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