Xing & LinkedIn: Mehr vom Mitarbeiter, weniger vom Unternehmen

22 Apr Xing & LinkedIn: Mehr vom Mitarbeiter, weniger vom Unternehmen

Die Businessnetzwerke Xing und LinkedIn haben sich etabliert, ihre Nutzerzahlen wachsen kontinuierlich. Wie man nun damit umgehen will und welches der beiden man auswählen soll, darüber herrscht alles andere als Einigkeit.

Kürzlich war ich wieder einmal am #mittagZ, dem monatlich stattfindenden Lunch-Event der regionalen Xing-Gruppe in Zürich. Eine gute Gelegenheit, im Nachgang dazu über Sinn und Unsinn von Xing nachzudenken. Denn eine Frage, die Neueinsteiger in Businessnetzwerke (ja, die gibt es gemäss unserer Erfahrung noch immer!) gleich zu Beginn stellen, ist: Was soll es denn nun sein? Xing oder LinkedIn? Nur, um sich dann letztendlich doch bei beiden anzumelden.

Trial and error

Und dies ist auch tatsächlich ein sinnvoller Weg. Man testet die Netzwerke und findet selbst heraus, welches besser passt und bei welchem die Bedürfnisse besser abgedeckt werden. Trial and error – eine Methode, die in der digitalen Welt von heute ja sowieso gang und gäbe ist. Oft bleibt man dann trotzdem in beiden und nutzt das eine mehr und das andere weniger. Daran ist im Grunde nichts auszusetzen, sofern beide Profile einigermassen à jour sind.

Vorteil LinkedIn

Wer diese Zeit nicht hat oder sich das nicht antun will, dem muss man aus heutiger Sicht in der Regel LinkedIn empfehlen. Aus folgenden Gründen:

LinkedIn ist ganz einfach grösser, man findet mehr Kontakte und insbesondere auch jene aus internationalen Konzernen. Das gilt auch in der Schweiz, wo LinkedIn mit 1,9 Millionen Nutzern Xing mit 700 000 Nutzern deutlich überholt hat.

LinkedIn bietet in der Gratisversion mehr Möglichkeiten als Xing. Im Gegenzug ist die Premium-Version dann bei LinkedIn aber deutlich teurer.

Der Funktionsumfang ist auf LinkedIn unterdessen deutlich grösser als auf Xing und wird angesichts der Marktmacht eher noch zunehmen. Die Zahlen sprechen für sich, obwohl auch Xing wächst und expandiert.

Auch antwortet der Support bei LinkedIn schneller als bei Xing – zumindest in jenen Fällen, in denen ich bei beiden Netzwerken um Hilfe gefragt habe.

Vorteil Xing

Ein Bereich, bei dem Xing die Nase deutlich vorne hat, ist die Verknüpfung von On- und Offline. Schon lange sind Veranstaltungen, Netzwerkabende und Vorträge bei Xing wichtig. Lokale Ambassadoren sorgen mit Anlässen wie #mittagZ dafür, dass sich die virtuell vernetzten Personen auch offline treffen.

Bereits vor einigen Jahren habe ich zu diesem Thema einen Artikel in der Netzwoche veröffentlicht. Das damalige Fazit lautete: Ohne persönliches Engagement und den Glauben an den Nutzen wird man kaum übermässig von den Businessnetzwerken profitieren. Dies gilt wohl auch heute noch.

Mitarbeiter fördern statt einschränken

Und was soll die Unternehmensführung machen? Ein Unternehmensprofil anlegen? Ja, sicher! Aber nicht nur das. Denn Nutzer lesen lieber Posts von Menschen als von Unternehmen. Sie sind einfach persönlicher und authentischer.

Die Professionalisierung der Unternehmen im Umgang mit Social Media hat in letzter Zeit jedoch bewirkt, dass eher Gefahren und Risiken in den Vordergrund rücken und das Verhalten der Mitarbeitenden so detailliert geregelt wird, dass ihnen die Lust vergeht, auch mal aus eigenem Antrieb ein ihren Arbeitgeber unterstützendes Posting abzusetzen.

Dabei ginge es auch anders: Wie man als Arbeitgeber seine Mitarbeitenden animieren könnte, zum Markenbotschafter zu werden, darüber haben wir kürzlich ein Factsheet verfasst.

Business ist nicht das Ziel, sondern das Ergebnis

Um zum Ende nochmal auf den #mittagZ, den Xing-Lunch zurückzukommen: Konkret nehme ich vom Event sechs Visitenkarten meiner Tischnachbarn mit ins Büro. Das Essen war gut, die Gespräche kurzweilig. Kurzfristig ist dabei kein Business herausgesprungen. Das beunruhigt mich aber nicht, denn so viel habe ich auf Social-Media-Konferenzen und aus Erfahrung schon gelernt: Social Media macht man nicht, um das Business auszubauen, sondern Business ist das, was aus den Aktivitäten in Social Media entsteht.

Passt so für mich.

 

Bild: pexels.com (Timur Saglambilek)

 

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